Arbeitskreis Angewandte Gesprächsforschung

Über den Arbeitskreis (AAG) 

Der Arbeitskreis Angewandte Gesprächsforschung (AAG) versteht sich als offenes Netzwerk von Forschenden, die auf Basis authentischer Daten (Gesprächsaufnahmen, Mitschnitten medialer Interaktionen etc.) sprachlich-kommunikative Interaktionsprozesse in ihren sozialen, kulturellen und medialen Kontexten untersuchen. Ein wichtiges Anliegen des AAG ist die Rückbindung empirischer Forschungsergebnisse mit den jeweiligen gesellschaftlichen Handlungsfeldern (z. B. professionelles Handeln in verschiedenen Berufen). Wir diskutieren und erproben, welche Ergebnisse aus Studien für die berufliche Praxis genutzt werden können und wie sie in die jeweiligen Handlungsfelder zurückfließen können. 

Dem Arbeitskreis gehören ExpertInnen für Sprache und Kommunikation aus dem deutschsprachigen Raum an, die zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsbereichen forschen. Der Arbeitskreis versteht sich als Schnittstelle zwischen sprachwissenschaftlicher Forschung und kommunikativer Praxis: Er vermittelt Expertisen, Beratungen und Trainings, um Kommunikation in beruflichen Kontexten zu analysieren, genauer zu verstehen und bei Bedarf an ihrer Verbesserung mitzuwirken.

Unsere Arbeit

Wir analysieren mit wissenschaftlichen Methoden sprachlich-interaktionale Kommunikation in allen gesellschaftlichen Handlungsbereichen mit einem Schwerpunkt auf beruflicher Kommunikation. Damit tragen wir dazu bei, kommunikative Prozesse besser zu verstehen. Wir erarbeiten Lösungen für Schwierigkeiten, die uns von den Beteiligten genannt werden oder die wir in den Analysen feststellen. Dazu

• dokumentieren wir sprachliche Interaktion,

• analysieren wir die kommunikativen Anforderungen, die an die Beteiligten gestellt werden, sowie mögliche Schwierigkeiten, ihnen gerecht zu werden,

• vermitteln wir Ergebnisse und Lösungen sowohl in die Wissenschaft als auch in die Praxis,

• entwickeln wir didaktische Konzepte für Beratung und Training. 

Die Besonderheiten unserer Arbeitsweise

• Wir arbeiten ausschließlich mit sogenannten authentischen Daten, also Dokumentation von Kommunikation, die auch ohne Forschung stattfinden würde. Damit stellen wir sicher, dass unsere Ergebnisse Aussagen über das tatsächliche Geschehen in seiner interaktionalen Komplexität machen. 

• Typisch für unsere Arbeit ist die Erstellung von Transkripten, d.h. präzisen Verschriftungen von Gesprächen nach wissenschaftlichen Standards. Transkripte erlauben eine sehr genaue Analyse des Gesprochenen und der Interaktion.

• Auf dieser Grundlage kann gemeinsam mit den Vertretern der Praxis beurteilt werden, inwiefern das analysierte Handeln zielführend ist und in welcher Weise ggf. Verbesserungen angestrebt werden können. So können neben einer umfassenden und präzisen Bestandsaufnahme in spezifischen Kommunikationsbereichen nachhaltig und genau auf die Bedürfnisse zugeschnittene Strategien für gelingende Kommunikation erarbeitet werden.

• Beratung und Training zielen auf die Bewusstmachung und Vermittlung eines Spektrums von Handlungsmöglichkeiten. Durch die Arbeit an konkreten Beispielen aus der eigenen kommunikativen Praxis wird, unterstützt durch Transkripte, ein neuer Blick auf das eigene Arbeits- und Handlungsfeld ermöglicht und zielbezogene Lösungen sichtbar gemacht. Für zukünftiges berufliches Kommunikationshandeln wird u.a. Offenheit für Handlungsalternativen und Flexibilität in deren Umsetzung angestrebt.

Informationen zum Arbeitskreis

Der Arbeitskreis hat seine Wurzeln in dem Workshop „Gesprächsanalyse in praktischer Absicht“ von Werner Nothdurft und Thomas Spranz-Fogasy auf der DGfS-Jahrestagung 1987. Konzept, Infrastruktur und Mitgliederkreis des AAG wurden in den vergangenen 30 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. 

Hier finden Sie eine Chronik des Arbeitskreises von Gisela Brünner, Reinhard Fiehler und Thomas Spranz-Fogasy (Vortrag gehalten auf dem 60. Treffen des AAG, 05.05.2017).

Die Mitglieder treffen sich zweimal im Jahr zu Arbeitstreffen, um Arbeitsergebnisse auszutauschen. Die Mehrheit der Mitglieder arbeitet an Universitäten und Hochschulen, einige sind freiberuflich als BeraterInnen und KommunikationstrainerInnen tätig.